Georges St-Pierre, der frühere UFC-Champion in zwei Gewichtsklassen, hält traditionelles Cardio-Training im Mixed Martial Arts für deutlich weniger wichtig, als oft angenommen wird.
Für Georges St-Pierre steht im Kampfsport nicht die klassische Ausdauerarbeit im Mittelpunkt, sondern Effizienz. Der Kanadier erklärte in einem Interview mit Thomas DeLauer, dass technische Präzision und ökonomische Bewegungen für Kämpfer wichtiger seien als ein hoher Umfang an Cardio-Einheiten.
"Ich glaube nicht wirklich an Cardio, wenn du ein Kämpfer bist. Ich glaube an Effizienz. Selbst wenn du in besserer Form bist als ich: Wenn ich effizienter bin, wirst du vor mir müde. Wenn du ein Athlet bist, sollte Effizienz dein Hauptziel sein. Du musst Fähigkeiten, Technik und Effizienz in den Vordergrund stellen", sagte St-Pierre.
Damit bezieht der ehemalige Weltergewichts- und Mittelgewichts-Champion eine klare Position in einer Debatte, die seit Jahren zum Standardrepertoire vieler Trainingscamps gehört. St-Pierres Ansatz passt zu seinem Stil: kontrolliert, taktisch diszipliniert und technisch sauber. Über weite Strecken seiner Karriere gewann er Kämpfe nicht durch wildes Tempo, sondern durch kluge Raumkontrolle, Timing und minimale Fehlerquote.
Für aktive MMA-Profis ist die Aussage vor allem deshalb interessant, weil sie den Fokus weg von isolierter Konditionsarbeit hin zu kampfspezifischer Belastung verschiebt. Gemeint ist: Wer sich im Käfig effizient bewegt, sauber verteidigt und Aktionen nicht verschwendet, spart Energie dort, wo Kämpfe entschieden werden. St-Pierres Einschätzung dürfte daher besonders Trainer und Athleten ansprechen, die Technik und Belastungssteuerung enger zusammen denken.
Ob sich dieser Ansatz pauschal auf jeden Kampfstil übertragen lässt, bleibt offen. Klar ist aber: Wenn einer über Energiehaushalt im Titelkampf sprechen kann, dann St-Pierre. Die Diskussion über modernes MMA-Training dürfte damit neue Nahrung bekommen.