Der Streit um eine mögliche UFC-Karte im Weißen Haus bekommt neue Schärfe: Francis Ngannou stellt sich öffentlich hinter Jon Jones und kritisiert die Bezahlpolitik der Organisation.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen Jon Jones und Francis Ngannou sowie das diskutierte UFC White House Event, über das in dieser Woche erneut gesprochen wurde. Auslöser sind Aussagen von Ngannou, der sich via Ariel Helwani auf die Seite von Jones stellte und der UFC einen respektlosen Umgang mit verdienten Champions vorwarf. Brisant ist das auch deshalb, weil die amerikanische Sportpolitik rund um Großevents zuletzt deutlich sichtbarer geworden ist.
Ngannou argumentiert, Jones dürfe nicht allein für einen einzelnen Kampf bezahlt werden, sondern für seine gesamte Bedeutung im Sport. Damit trifft er einen wunden Punkt der UFC. Jones ist trotz seiner langen Pausen eines der prägendsten Gesichter der MMA-Geschichte. Wenn die Liga bei einer Sonderveranstaltung wie einer White-House-Show selbst bei ihm hart bleibt, ist das ein Signal an den gesamten Kader.
Für europäische Fans ist das Thema ebenfalls relevant, obwohl kein direkter DACH-Bezug besteht. Die UFC plant ihre größten Events zunehmend als globale Medienprodukte, und gerade die Frage nach Star-Gagen, Verhandlungsmacht und Titelschutz betrifft auch Kämpfer, die regelmäßig bei Europa-Karten antreten. Sportlich wäre ein Jones-Comeback im Schwergewicht sofort titelrelevant. Bleibt er außen vor, dürfte die Division ohne ihn neu geordnet werden, während andere Anwärter auf ihre Chance drängen.
Ngannous Kritik hat besonderes Gewicht, weil er die UFC einst genau wegen solcher Differenzen verlassen hat. Sinngemäß stellte er die Frage, wen die Organisation überhaupt respektiere, wenn selbst der angeblich größte Kämpfer aller Zeiten nicht entsprechend behandelt werde. Das ist weniger ein persönlicher Angriff auf Jones’ Fall als eine grundsätzliche Abrechnung mit dem Vergütungsmodell der Liga.
Ob aus der Idee eines White House Events tatsächlich ein konkreter Jones-Kampf wird, ist offen. Die nächsten Signale aus dem Lager von Jones und von der UFC werden nun zeigen, ob es nur bei einer symbolträchtigen Vision bleibt oder ob daraus ein echter Machtkampf mit sportlichen Folgen entsteht.