Nur neun Tage nach seinem angekündigten Rücktritt hat Derek Chisora den Kurs geändert. Der 42 Jahre alte Ex-Herausforderer im Schwergewicht drängt nun öffentlich auf ein sofortiges Rematch mit Ex-WBC-Champion Deontay Wilder und behauptet, die Punktrichter hätten im ersten Duell falsch gelegen.
Neun Tage nach seinen Rücktrittsankündigungen will Derek Chisora schon wieder zurück in den Ring. Nach der Split-Decision-Niederlage gegen Deontay Wilder am 4. April in der O2 Arena in London fordert der britische Schwergewichtler umgehend einen zweiten Kampf. Für Europas Boxpublikum ist das relevant, weil Chisora seit Jahren zu den bekanntesten Gesichtern der Szene auf britischem Boden gehört und Wilder-Auftritte in London weiter Seltenheitswert haben.
Der erste Kampf lieferte reichlich Diskussionsstoff. Wilder erzielte zwei Niederschläge, kassierte aber auch einen Punktabzug. Dazu kamen lange Clinch-Phasen und wilde Schlagwechsel, in denen Chisora mit hohem Druck das Tempo bestimmte. Genau dieser Verlauf nährt die Debatte um die Wertung, denn ein Teil der Zuschauer und Beobachter hielt das Urteil für deutlich knapper, als es der offizielle Ausgang vermuten ließ.
Im Gespräch mit TalkSPORT machte Chisora seinem Ärger Luft. Die Niederschläge wertete er sinngemäß eher als Schubser denn als klare Wirkungstreffer. Außerdem kritisierte er die Ringseile als zu locker. Entscheidend ist aber seine sportliche Botschaft: Er will keinen Abschiedskampf gegen einen anderen Namen, sondern ausschließlich Wilder erneut vor die Fäuste bekommen.
Für beide steht dabei mehr auf dem Spiel als nur späte Karrierepflege. Chisora kämpft um Relevanz in einer Gewichtsklasse, in der große Nicht-Titelduelle rar sind. Wilder wiederum braucht dringend einen klaren, überzeugenden Sieg, wenn er im US-Markt wieder als ernsthafte Größe für große Schwergewichtsabende gelten will. Ein umstrittenes Urteil gegen einen 42-Jährigen reicht dafür kaum.
Offen ist nun, ob Promoter das wirtschaftliche Potenzial für Teil zwei sehen und ob Wilder das Risiko eines sofortigen Rematches annimmt. In den kommenden Wochen dürfte genau diese Frage den Schwergewichtsmarkt begleiten.