Nach dem Duell von Derek Chisora und Deontay Wilder in der Londoner O2 Arena hat der britische Schwergewichtsroutinier die Rolle des US-Amerikaners im Titelrennen klar eingeordnet – und auch dessen Chancen gegen Oleksandr Usyk bewertet.
Nach seiner Punktniederlage gegen Deontay Wilder am 4. April in der O2 Arena in London hat Derek Chisora den früheren WBC-Weltmeister als gefährlich, aber nicht unantastbar beschrieben. Vor allem ein mögliches Duell mit Oleksandr Usyk sieht der Brite deutlich skeptischer. Für europäische Fans ist das besonders relevant, weil Usyk als in Europa etablierter Champion weiterhin das zentrale Maß im Schwergewicht bleibt.
Chisora traut Wilder weiterhin zu, viele Gegner der Gewichtsklasse mit einem Treffer aus dem Kampf zu nehmen. Gerade in den ersten Runden sei dessen Wirkung am größten. Mit zunehmender Kampfdauer lasse die Wucht zwar etwas nach, die entscheidende Schlagkraft bleibe jedoch jederzeit vorhanden. Gegen Usyk, so die Einschätzung des Londoners, könnte genau das aber nicht reichen.
Damit rückt erneut die Frage in den Fokus, was Wilder auf Spitzenniveau noch beweisen kann. Gegen die meisten Schwergewichte bleibt seine Rechte ein ständiges Risiko. Doch gegen einen beweglichen, taktisch sauberen und konditionsstarken Boxer wie Usyk wären Timing, Ringkontrolle und Präzision wohl wichtiger als reine Explosivität. Genau dort liegen seit Jahren Usyks größten Stärken.
Für die Division steht einiges auf dem Spiel. Wilder braucht nach dem knappen Sieg über Chisora einen belastbaren Erfolg gegen einen Topgegner, um sich wieder ernsthaft für einen WM-Kampf zu empfehlen. Usyk wiederum verwaltet als vereinigter Titelträger die wichtigste Position der Klasse und bestimmt, wer als nächster Herausforderer infrage kommt.
Der Hauptkampf in London begann für Zuschauer in Mitteleuropa zur Primetime am späten Abend. Ob und wann ein möglicher Kampf Wilder gegen Usyk in der DACH-Region übertragen würde, hinge vom Austragungsort und den jeweiligen Rechteinhabern ab. Als Nächstes wird entscheidend sein, ob Wilder den Schritt gegen einen weiteren Top-5-Mann wagt – oder ob Usyk zuerst andere Pflichtaufgaben im Titelrennen erledigt.