Beim Top-Rank-Hauptkampf in Norfolk hat der frühere Leichtgewichts-Titelträger Keyshawn Davis (15-0, 10 K.o.) Nahir Albright (17-3-1, 7 K.o.) einstimmig nach Punkten besiegt. Zugleich war es die erste von DAZN übertragene Veranstaltung von Bob Arum, was dem Lokalmatadoren in den USA zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffte.
Vor heimischem Publikum in Norfolk hat Keyshawn Davis am Samstagabend Nahir Albright über zwölf Runden klar beherrscht und den Hauptkampf von Top Rank einstimmig gewonnen. Die Punktrichter werteten 117:109 sowie zweimal 118:108 – ein deutliches Bild eines Kampfes, den Davis fast durchgehend kontrollierte.
Der 26-Jährige war technisch sauberer, schneller auf den Beinen und präziser im Timing. Albright fand nur selten in konstante Offensivphasen, weil Davis die Distanz bestimmte und die Angriffe früh unterband. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem Runde sieben: Nach einer ringerähnlichen Aktion, bei der Davis seinen Gegner zu Boden brachte, zog der Ringrichter ihm zwei Punkte ab. Am Ausgang änderte das nichts, nahm dem Auftritt aber etwas Glanz.
Für Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz war der Hauptkampf in der Nacht auf Sonntag live bei DAZN zu sehen; der Ringwalk des Main Events begann voraussichtlich gegen 4.00 Uhr MESZ. Auch deshalb war das Duell in Europa relevant: Das Leichtgewicht gehört zu den am stärksten besetzten Klassen im Boxen, und Davis gilt als einer der Namen, die sich in Richtung Weltspitze schieben wollen.
Genau darum ging es in Norfolk. Davis musste zeigen, dass er gegen einen soliden, widerstandsfähigen Gegner nicht nur gewinnt, sondern das Tempo diktiert und wenig anbietet. Das gelang ihm über weite Strecken. Albright wiederum brauchte einen Auswärtssieg, um sich noch einmal in die Nähe größerer Kämpfe zu bringen – stattdessen blieb er meist in der Verfolgerrolle.
Auf derselben Karte meldete sich auch Ex-Weltergewichts-Champion Brian Norman mit einem K.o.-Sieg in Runde zwei gegen Josh Wagner zurück. Bei Davis richtet sich der Blick nun nach vorn: Der Sieg war Pflicht, der nächste Auftritt muss zeigen, ob er gegen die ganz großen Namen der Division schon bereit ist.