Nach seinem Comeback-Erfolg am 4. April in der Londoner O2 Arena ist Deontay Wilder wieder ein Thema im Schwergewicht – und zwar auch für Fabio Wardley. Der ungeschlagene Brite erklärte, dass Daniel Dubois und Oleksandr Usyk für ihn weiter Priorität haben, Wilder aber inzwischen als möglicher nächster Gegner direkt dahinter folgt. Für europäische Fans ist das besonders relevant, weil Wardley als britischer Top-Mann seine größten Kämpfe sehr wahrscheinlich in Europa austragen würde.
Auslöser für die neue Einordnung war Wilders knapper Sieg gegen Derek Chisora, den der frühere WBC-Champion per Split Decision holte. Sportlich war das kein Statement-Sieg, aber genug, um seinen Namen wieder in die Spitzengruppe der Gewichtsklasse zu bringen. Wardley machte im Gespräch mit dem YouTube-Kanal des Ring Magazine deutlich, wie seine interne Reihenfolge aussieht: erst Dubois, dann Usyk, danach Wilder.
Damit ist auch klar, was auf dem Spiel steht. Gelingt Wardley ein Kampf gegen Dubois oder Usyk, wäre das der direkte Sprung in die absolute Elite des Schwergewichts. Sollte sich keines dieser Duelle realisieren lassen, wäre Wilder dennoch ein riskanter, aber enorm sichtbarer Prüfstein. Ein Sieg über den Amerikaner würde Wardleys Position in einer offenen Titeldebatte deutlich stärken.
Interessant ist zudem sein Blick auf ein mögliches Duell zwischen Wilder und Anthony Joshua. Aus sportlicher Sicht wäre das heute weniger ein Endspiel der Division als vielmehr eine Standortbestimmung. Genau darin liegt der Reiz: Wilder muss zeigen, dass seine Schlagkraft noch auf Weltklasse-Niveau wirkt, Joshua, dass er gegen gefährliche Puncher weiter zur Spitze gehört.
Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob Wardley tatsächlich einen der ganz großen Namen bekommt. Falls nicht, könnte Wilder schnell vom Plan B zum relevantesten Kampf auf dem britischen Markt werden.