Khamzat Chimaev hat vor dem Most-Valuable-Promotions-Auftritt von Ronda Rousey gegen Gina Carano scharf gegen die frühere UFC-Championesse geschossen. Der aktuelle UFC-Mittelgewichtschampion wirft ihr vor, die Organisation öffentlich anzugreifen, die ihren Aufstieg zur globalen Bekanntheit erst ermöglicht habe.
Kurz vor dem Kampf von Ronda Rousey gegen Gina Carano bei Most Valuable Promotions hat UFC-Mittelgewichtschampion Khamzat Chimaev eine öffentliche Spitze gegen die frühere Titelträgerin gesetzt. In den USA sorgt der Schlagabtausch schon jetzt für Aufmerksamkeit, weil Rousey mit ihrer Kritik an der UFC ein altes Reizthema des Sports wieder öffnet: den Umgang mit Stars nach ihrer aktiven Hochphase.
Chimaevs Vorwurf ist klar. Aus seiner Sicht verdankt Rousey ihren weltweiten Durchbruch in erster Linie der UFC und zeigt mit ihren wiederholten Angriffen auf die Organisation zu wenig Respekt. Damit stellt er sich demonstrativ vor die Liga und schärft zugleich sein eigenes Profil als meinungsstarker Champion, der sportlich und medial Gewicht hat.
Für Fans in Europa ist die Debatte ebenfalls relevant. Chimaev hat starke Bezüge zum europäischen MMA-Markt, ist in Schweden sportlich groß geworden und besitzt auch in der DACH-Region eine hohe Bekanntheit. Wenn einer der prominentesten UFC-Champions öffentlich Partei ergreift, reicht das Thema weit über den US-Markt hinaus.
Inhaltlich geht es um mehr als einen persönlichen Seitenhieb. Die Frage, wie viel Loyalität frühere Champions einer Promotion schulden, bleibt im MMA ein Dauerstreit. Rousey gilt für viele als Wegbereiterin des Frauen-MMA im Mainstream. Chimaev dagegen vertritt die Linie, dass Plattform, Reichweite und Vermarktung durch die UFC in dieser Diskussion stärker gewichtet werden müssen als nachträgliche Kritik an Gagen und Strukturen.
Auf dem Spiel steht vor allem die Deutungshoheit. Gewinnt Rousey ihren nächsten Kampf und bleibt bei ihrer Linie, dürfte die Debatte über Bezahlung und Wertschätzung ehemaliger Stars weiter an Schärfe gewinnen. Bleibt Chimaev sportlich erfolgreich und verteidigt die UFC weiter so offensiv, wird seine Rolle als einer der einflussreichsten aktiven Champions der Organisation noch größer werden.