Wenige Tage vor dem ersten großen MVP-Event am 16. Mai hat Kayla Harrison den Hauptkampf zwischen Ronda Rousey und Gina Carano öffentlich infrage gestellt. Ihre Kritik äußerte die UFC-Titelträgerin im Gespräch bei Death Row MMA with Jorge Masvidal, während die Veranstaltung für Netflix vorbereitet wird. Für Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das auch deshalb interessant, weil Streaming-Plattformen immer stärker in den Kampfsport drängen und klassische Veranstalter unter Zugzwang setzen.
Harrison sparte nicht mit Spott. Sie wies die Darstellung zurück, wonach es sich um eine historische Ansetzung handle, und zielte vor allem auf die sportliche Ausgangslage. Rousey hat seit 2016 keinen Kampf mehr bestritten, Carano stand sogar seit 2009 nicht mehr im Wettkampf. Genau dort liegt der Kern der Debatte: Zwei prägende Namen der frühen Frauen-MMA-Ära treffen aufeinander, aber ohne jede aktuelle Formkurve.
Für europäische Fans ist das Duell trotzdem relevant. Rousey gehört zu den bekanntesten Gesichtern, die den Frauen-MMA weltweit salonfähig gemacht haben. Carano war schon davor ein Crossover-Star. Deshalb erzeugt das Match auch in der DACH-Region Aufmerksamkeit - weniger als sportlicher Gradmesser, mehr als Test dafür, wie weit Nostalgie im Streaming-Zeitalter trägt.
Der Hauptkampf beginnt voraussichtlich in der Nacht auf den 17. Mai gegen 5.00 Uhr MESZ. Übertragen wird das Event über Netflix. Sportlich steht für die Gewichtsklasse wenig auf dem Spiel, symbolisch dagegen viel: MVP muss zeigen, ob ein prominent besetzter Rückkehrkampf mehr sein kann als ein aufmerksamkeitsstarkes Medienprodukt. Am 16. Mai wird sich zeigen, ob der Abend als ernst zu nehmendes Kampfsport-Event wahrgenommen wird - oder nur als Nostalgieshow mit großer Bühne.