Der für den 25. April in Paris geplante Kampf zwischen Lawrence Okolie und Olympiasieger Tony Yoka ist kurzfristig geplatzt. Auslöser ist ein positiver Dopingtest des Briten, der die Veranstaltung ihres sportlichen Hauptreizes beraubt.
Wenige Tage vor der Paris Fight Night am 25. April ist der Hauptkampf zwischen Lawrence Okolie und Tony Yoka vom Programm genommen worden. Austragungsort sollte Paris sein, nun steht statt des sportlichen Duells ein Anti-Doping-Verfahren gegen Okolie im Mittelpunkt. Für europäische Boxfans ist der Fall besonders relevant, weil mit Yoka eines der bekanntesten Schwergewichts-Gesichter Frankreichs betroffen ist und der Termin als wichtiger Prüfstein im kontinentalen Boxkalender galt.
Nach Angaben von Queensberry Promotions wurde bei Okolie im Rahmen eines VADA-Tests GHRP-2 nachgewiesen. Das synthetische Peptid steht auf der Verbotsliste, weil es die Ausschüttung von Wachstumshormonen fördern kann. Damit rückt nicht mehr die sportliche Frage in den Fokus, sondern die mögliche Länge einer Sperre. Je nach Bewertung des Falls drohen dem ehemaligen Weltmeister bis zu vier Jahre Pause, bei einer erfolgreichen Entkräftung des Vorsatzes bleibt das Risiko einer längeren Suspendierung dennoch erheblich.
Für die Gewichtsklasse ist das mehr als nur eine abgesagte Ansetzung. Okolie wollte sich nach dem Wechsel ins Schwergewicht neu positionieren und Anschluss an die erweiterte europäische Spitze herstellen. Yoka wiederum brauchte auf heimischem Boden einen Sieg gegen einen international bekannten Namen, um nach schwierigen Jahren wieder in Richtung großer Abende in Europa zu marschieren.
Eine offizielle Übertragungsregelung für Deutschland, Österreich und die Schweiz war zuletzt nicht klar kommuniziert. Der Hauptkampf hätte voraussichtlich am späten Abend, wohl gegen 23.00 Uhr MESZ, beginnen sollen. Nun richtet sich der Blick auf die Verbands- und Laborverfahren. Erst danach wird klar sein, ob Okolie nur vorübergehend ausgebremst wird oder ob seine Karriere einen tiefen Einschnitt erlebt.