Nach 16 Monaten Pause ist Tyson Fury am 11. April im Tottenham Hotspur Stadium in London mit einem klaren Punktsieg gegen Arslanbek Makhmudov zurückgekehrt. Agit Kabayel bewertete den Auftritt des Briten anschließend als souverän und insgesamt hochwertig. Für europäische Boxfans ist das Duell auch deshalb relevant, weil mit Kabayel ein deutscher Schwergewichtler die Entwicklung an der Spitze der Gewichtsklasse aufmerksam begleitet.
Fury gewann nach zwölf Runden einstimmig mit 120:108, 120:108 und 119:109. Der ehemalige Weltmeister kontrollierte Tempo, Distanz und Rhythmus fast durchgehend. Makhmudov brachte zwar seine Physis in den Kampf, fand aber kaum Mittel, um Fury ernsthaft unter Druck zu setzen.
Im Gespräch mit dem YouTube-Kanal Seconds Out ordnete Kabayel die Leistung nüchtern ein. Fury sei nach der langen Auszeit stabil aufgetreten, habe nie wirklich in Schwierigkeiten gesteckt und nur vereinzelt klare Treffer genommen. Zugleich merkte Kabayel an, dass er vom Briten etwas mehr Arbeit zum Körper erwartet hätte. Fury sei jedoch häufig nach rechts herausgegangen, statt konsequent zum Körper zu investieren.
Sportlich steht für das Schwergewicht nun mehr auf dem Spiel als nur ein erfolgreicher Comeback-Abend. Fury brauchte vor allem Runden und Sicherheit im Timing — beides bekam er. Makhmudov dagegen muss nachweisen, dass seine körperlichen Voraussetzungen auch gegen Gegner aus der Spitze reichen. Kabayels Einschätzung hat dabei besonderes Gewicht, weil der deutsche Schwergewichtler Makhmudov selbst bereits vorzeitig gestoppt hat.
Für Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz war das Event über die üblichen internationalen Box-Streamingangebote zu verfolgen; der Hauptkampf begann voraussichtlich am späten Abend britischer Zeit beziehungsweise in der Nacht auf mitteleuropäische Zeit. Als Nächstes wird entscheidend sein, ob Fury diesen kontrollierten Auftritt in Richtung eines größeren Schwergewichtsduells zuspitzen kann.