Mit Blick auf sein Comeback am 11. April in London hat Tyson Fury den Kampf zwischen Deontay Wilder und Derek Chisora bei The O2 vom 4. April scharf eingeordnet. Der Brite sprach nach Wilders Punktsieg offen darüber, wie sehr ihn der Auftritt der beiden Schwergewichte vor seinem ersten Einsatz seit 16 Monaten beschäftigt. Für europäische Fans ist das besonders relevant, weil Furys Rückkehr in London stattfindet und damit direkt im Fokus des hiesigen Boxmarkts steht.
Wilder setzte sich in London per Split Decision durch, die Punktrichter werteten 115:111, 115:113 und 112:115. Sportlich überzeugte der Auftritt jedoch kaum. Der Kampf war zerfahren, voller unsauberer Aktionen, verfehlter Hände und unkontrollierter Bewegungen. Genau dieser Eindruck traf bei Fury offenbar einen empfindlichen Punkt.
Der 37-Jährige machte deutlich, dass ihn die lange Inaktivität nachdenklich stimmt. Er sagte, 16 Monate ohne Kampf seien in diesem Alter eine sehr lange Zeit, und er müsse seinen mentalen Zustand sowie seine aktuelle körperliche Verfassung realistisch einschätzen.
Besonders deutlich wurde Fury mit Blick auf Wilder und Chisora selbst. Er beschrieb den Kampf als schwer anzusehen und sprach davon, dass ihn die vielen Stolperer und unsauberen Szenen erschreckt hätten. Daraus leitete er unmittelbar die Frage ab, ob ihm bei seiner Rückkehr Ähnliches drohen könnte.
Für die Schwergewichtsszene steht damit mehr auf dem Spiel als nur ein Sieg bei Furys Rückkehr. Gegen Arslanbek Makhmudov muss er zeigen, dass Timing, Reaktion und Beinarbeit auf Elite-Niveau geblieben sind. Fällt seine Leistung deutlich ab, werden Debatten über Alter, Ringrost und seine Position im Titelrennen sofort lauter. Liefert Fury dagegen einen klaren, kontrollierten Auftritt, dürfte die Diskussion über die nächsten großen Kämpfe schon kurz danach neu beginnen.