Chisora vs. Wilder bei The O2: Umstrittenes Urteil, harte Treffer und offene Fragen im Schwergewicht

Dmitriy Kel 5. April 2026 13:05

In London standen sich Derek Chisora und Deontay Wilder bei The O2 in einem richtungsweisenden Schwergewichtskampf gegenüber. Wilder gewann am Samstagabend per Split Decision, doch direkt nach dem Schlussgong drehte sich die Debatte weniger um das Urteil als um die Spuren, die dieser Kampf hinterlassen hat. Für europäische Fans war das Duell auch deshalb relevant, weil Chisora seit Jahren zu den prägendsten Schwergewichten der britischen Szene gehört und Kämpfe dieser Kategorie regelmäßig Einfluss auf die Matchmaking-Pläne der Top 10 haben.

Chisora beschrieb Wilder nach dem Kampf als extrem gefährlich, vor allem wegen dessen Schlaghärte. Gleichzeitig machte der Brite deutlich, dass er selbst Wirkungstreffer gesetzt habe. Besonders kritisch sah er die Ringseile, die aus seiner Sicht in entscheidenden Momenten zu locker waren. Eine Szene an den Seilen führte laut Chisora dazu, dass er unglücklich hindurchfiel, als Wilder nachsetzte. Später ärgerte er sich zusätzlich über einen Punktabzug, der den Verlauf weiter beeinflusste.

Sportlich bleibt der Ausgang wichtig. Wilder ist trotz aller Schwankungen weiterhin ein Name, der im Schwergewicht jede Konstellation verändern kann. Seine Knockout-Gefahr macht ihn für jeden Anwärter riskant. Gleichzeitig zeigen enge, unruhige Kämpfe wie dieser, dass erfahrene Druckmacher ihn in unangenehme Runden zwingen können. Genau das war Chisoras Ansatz: Druck aufbauen, Tempo zerstören, Wilder zum Arbeiten zwingen.

Für die DACH-Region lief das Event voraussichtlich in den späten Abendstunden, der Hauptkampf begann wohl gegen 23.00 Uhr MESZ. Je nach Rechtevergabe war die Übertragung in Deutschland, Österreich und der Schweiz über internationale Box-Streamingdienste oder Pay-per-View-Anbieter verfügbar. Entscheidend ist nun, wie es Wilder körperlich geht. Sollte er ohne längere Pause zurückkehren, dürfte schnell über den nächsten großen Test gesprochen werden. Chisora hat trotz der Niederlage unterdessen gezeigt, dass er im erweiterten Spitzenfeld weiter ein unangenehmer Faktor bleibt.

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