Nach UFC 327 in Miami steht nicht nur der Sieg von Carlos Ulberg über Jiri Prochazka im Fokus, sondern vor allem die Verletzung des Champions. Beim Main Event am 11. April in Florida riss sich Ulberg das vordere Kreuzband im rechten Knie und musste inzwischen operiert werden. Für die UFC ist das heikel, weil das Halbschwergewicht seit Jahren zu den am dünnsten besetzten Titelklassen gehört und längere Ausfälle dort sofort Folgen für das Matchmaking haben.
Trotz der Verletzung brachte Ulberg den Kampf spektakulär zu Ende. Der Neuseeländer handelte sich die Knieverletzung früh in Runde eins ein, kämpfte danach aber sichtbar eingeschränkt weiter. Berichten zufolge kamen noch eine Knochenprellung und Probleme im Bereich des Schienbeins hinzu. Dennoch fand er das Timing für einen harten linken Haken und setzte sofort entscheidend nach. Prochazka war nach 3:45 Minuten der ersten Runde gestoppt.
Für europäische Fans hat das Duell auch abseits des Titels Gewicht. Prochazka aus Tschechien gehört seit Jahren zu den bekanntesten Gesichtern aus Mitteleuropa in der UFC und besitzt gerade im deutschsprachigen Raum eine große Anhängerschaft. Der Hauptkampf begann aus europäischer Sicht voraussichtlich tief in der Nacht und war in der DACH-Region in der Regel über DAZN beziehungsweise UFC Fight Pass verfügbar.
Sportlich ist die Lage nun offen. Eine Kreuzband-Reha dauert meist viele Monate, bei einer Rückkehr auf Spitzenniveau oft eher nahe an einem Jahr. Damit könnte die UFC gezwungen sein, über einen Interimstitel nachzudenken. Für Prochazka ist die Niederlage ein klarer Rückschlag, auch wenn er als früherer Champion weiter zur erweiterten Spitze zählt. In den kommenden Wochen wird entscheidend sein, ob Ulberg eine Ausfallzeit ohne Interimsentscheidung bekommt oder die Division schon bald neu sortiert wird.