Usyk gegen Verhoeven in Gizeh: Miller setzt auf die Überraschung durch den Kickbox-Star

Dmitriy Kel 23. April 2026 13:17

Vor dem Duell von Oleksandr Usyk gegen Rico Verhoeven am 23. Mai in Gizeh, Ägypten, hat Jarrell Miller klar Position bezogen: Er traut der Kickbox-Ikone mehr zu als dem vereinten Schwergewichts-Champion. Der Kampf findet vor der Kulisse der Pyramiden statt und bekommt schon allein dadurch einen außergewöhnlichen Rahmen.

Gerade dieses Setting erklärt, warum das Event in den USA viel Aufmerksamkeit erhält. Große Kampfsportveranstaltungen an spektakulären Orten sind zwar längst ein Trend, doch ein prominenter Schwergewichtskampf vor einem der bekanntesten Wahrzeichen der Welt hebt diese Entwicklung noch einmal auf ein neues Niveau. Zugleich rückt Verhoeven stärker in den Fokus eines Boxpublikums, das ihn außerhalb der Kickbox-Szene bislang nur am Rande kennt.

Miller, der selten dem Mainstream folgt, macht deutlich, dass er nicht auf den Favoriten setzt. Er sieht in Verhoeven keinen Show-Gegner, sondern einen Ausnahmekönner. Nach eigener Aussage habe er sich wegen Kämpfern wie dem Niederländer intensiver mit Kickboxen bei Glory und K-1 beschäftigt – und er setze weiter auf seinen Freund Rico.

Sportlich geht es um mehr als nur Spektakel. Gewinnt Usyk souverän, unterstreicht er erneut seinen Ruf als einer der anpassungsfähigsten Schwergewichtler seiner Generation, der Elitegegner auch aus anderen Disziplinen kontrollieren kann. Hält Verhoeven dagegen mit oder sorgt sogar für die Sensation, wäre das eines der deutlichsten Ausrufezeichen eines Kickboxers auf der großen Kampfsportbühne der vergangenen Jahre.

Für beide ist der Kampf damit auch ein Test ihrer sportlichen Identität. Usyk muss zeigen, dass sein Ring-IQ und sein Timing einen größeren, gefährlichen Striker neutralisieren können. Verhoeven wiederum muss beweisen, dass seine Dominanz im Kickboxen unter Boxregeln gegen einen Techniker von Weltklasse mehr ist als ein interessantes Crossover-Thema.

Weil Miller sich früh festgelegt hat, richtet sich der Blick nun auf die entscheidende Frage: Bleibt Usyk gegen Verhoeven in Gizeh ein spektakuläres Wüstenevent – oder entwickelt sich mit dem ersten Gong ein ernsthaft gefährlicher Stilkonflikt?

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