In Montreal hat Osleys Iglesias am 10. April den bislang größten Sieg seiner Profilaufbahn eingefahren. Der Kubaner bezwang Pavel Silyagin im Hauptkampf der Veranstaltung von Eye of the Tiger Management nach acht Runden durch Aufgabe aus der Ecke und holte damit den vakanten IBF-WM-Titel im Supermittelgewicht. Für europäische Fans ist das Ergebnis besonders relevant, weil mit Silyagin ein in Russland ausgebildeter Boxer aus dem erweiterten europäischen Boxraum gegen einen der gefährlichsten Puncher der Klasse antrat.
Iglesias drückte dem Kampf von Beginn an seinen Stil auf. Der Linksausleger setzte Silyagin mit Tempo, Distanzkontrolle und harten klaren Treffern unter Druck. Früh nahm die linke Augenpartie des Russen sichtbaren Schaden, später wirkte auch die Nase gezeichnet. Silyagin fand weder den Rhythmus noch die Mittel, um Iglesias auf Distanz zu halten oder eigene Serien sauber anzubringen.
Mit dem Erfolg steht Iglesias nun bei 15 Siegen in 15 Kämpfen, 14 davon vorzeitig beendet. Diese Quote unterstreicht, was der Kampf zeigte: Seine Schlagwirkung ist auf Weltklasseniveau. Silyagin kassierte dagegen die erste Niederlage seiner Karriere und fällt im Rennen der Titelanwärter zunächst zurück.
Der vakante IBF-Gürtel war frei geworden, nachdem Terence Crawford den Titel niedergelegt hatte. Damit geht es in der Gewichtsklasse jetzt nicht nur um einen neuen Champion, sondern auch um die Ordnung hinter den etablierten Namen. Iglesias hat sich mit diesem Auftritt als ernsthafter Faktor positioniert. Als Nächstes dürfte entscheidend werden, ob er den Titel gegen einen Top-15-Gegner verteidigt oder direkt in ein Duell mit einem der führenden Supermittelgewichtler geht.