Usyk vs. Wilder im Schwergewichtsboxen: Fabio Wardley sieht das Geld als Knackpunkt

Dmitriy Kel 1. April 2026 10:00

Aus einem der naheliegendsten Schwergewichtskämpfe der vergangenen Monate wird nichts: Oleksandr Usyk trifft nun nicht auf Deontay Wilder, sondern soll stattdessen gegen Kickbox-Star Rico Verhoeven antreten. Fabio Wardley, aktueller WBO-Titelträger im Schwergewicht, ordnet das Aus des ursprünglich diskutierten Duells im Gespräch mit der BBC klar ein und vermutet finanzielle Gründe hinter dem Scheitern.

Wardley betont, dass ihm keine internen Details vorliegen. Für ihn spricht jedoch vieles dafür, dass die Verhandlungen am Geld gescheitert sind. Seine Begründung: Wenn ein Boxer von Usyks Kaliber einen großen Kampf wirklich wolle, ließen sich die wichtigsten Optionen in der Regel realisieren. Dass das Treffen mit Wilder trotzdem nicht zustande kam, deutet für Wardley auf wirtschaftliche Differenzen hin.

Für europäische Fans bleibt das Thema besonders relevant, weil Usyk als ukrainischer Ausnahmeboxer seit Jahren eine feste Größe auf den großen Bühnen des Kontinents ist. Ein Kampf gegen Wilder hätte nicht nur sportlich Gewicht gehabt, sondern auch den transatlantischen Vergleich im Schwergewicht neu geschärft. Gerade aus europäischer Sicht wäre es ein Stilduell mit klaren Konturen gewesen: Usyks technische Kontrolle gegen Wilders Schlagkraft aus der Distanz.

Auch für die Königsklasse selbst ist die Entwicklung bedeutend. Wilder braucht gegen Derek Chisora nun einen Sieg mit Aussagekraft, um im Titelrennen zu bleiben. Usyk wiederum muss beweisen, dass ein anderer Gegner seinem Status als Maßstab der Gewichtsklasse keinen Glanz nimmt. Im Raum stehen weiter mögliche Herausforderer, die bei einem überzeugenden Auftritt schnell wieder Druck auf die Matchmaker ausüben könnten.

Damit verschiebt sich der Fokus vorerst: Wilder kämpft um neue Relevanz, Usyk um die nächste richtungsweisende Aufgabe. Ob der ganz große Kampf doch noch einmal auf den Tisch kommt, hängt nun vor allem von den kommenden Auftritten beider Seiten ab.

BBC
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