Kurz vor dem geplanten Duell mit Brandon Glanton Anfang März in Las Vegas hat die IBF Jai Opetaia den WM-Titel im Cruisergewicht aberkannt. Der Verband bestätigte, dass der Australier nicht mehr als Champion geführt wird, weil der Kampf am MGM Grand letztlich nicht um den IBF-Gürtel, sondern um den neuen Zuffa-Titel angesetzt wurde. Für europäische Fans ist der Fall auch deshalb relevant, weil das Cruisergewicht traditionell stark von Kämpfern aus Europa geprägt wird und jede Titelverschiebung direkte Folgen für die internationale Spitze hat.
Nach Darstellung der IBF war ihr zuvor zugesichert worden, dass der eigene Titel regulär auf dem Spiel steht und der Zuffa-Gürtel nur symbolischen Charakter haben sollte. Auf dieser Grundlage genehmigte der Verband den Kampf am 5. März und erhielt unterzeichnete Vertragsunterlagen sowie eine Sanktionsgebühr in Höhe von 73.000 US-Dollar.
Nach einer Pressekonferenz am 6. März kippte die Lage. Die IBF erklärte, dort sei deutlich geworden, dass Opetaia und Glanton stattdessen am 8. März um die erste Zuffa-Meisterschaft im Cruisergewicht boxen würden. Der Verband zog die Sanktionierung noch am selben Abend zurück und erstattete die Gebühr am Folgetag vollständig. Damit ist der IBF-Titel bis 90,7 Kilogramm nun vakant.
Sportlich bleibt Opetaia dennoch die zentrale Figur dieser Gewichtsklasse. Gewinnt er überzeugend gegen Glanton, wird er trotz fehlenden IBF-Gürtels weiter als Maßstab gelten. Für die IBF verschiebt sich der Fokus nun auf den 4. April in London, wo Viddal Riley und Mateusz Masternak in einem richtungsweisenden Duell für die vorderen Ranglistenplätze aufeinandertreffen. Der Ausgang in Las Vegas und die nächsten Schritte der IBF werden zeigen, ob Opetaia außerhalb der klassischen Verbandsstruktur das Zentrum des Cruisergewichts bleibt oder ob der Verband rasch ein neues Titelbild ohne ihn aufbaut.