Nach UFC 328 steht Khamzat Chimaev stärker im Fokus denn je. Der frühere Titelanwärter verlor am Wochenende bei dem Event gegen Sean Strickland nach Split Decision den Kampf um die UFC-Krone im Mittelgewicht, doch Ex-Champion Luke Rockhold sieht darin nicht nur einen Rückschlag, sondern womöglich den Startpunkt für einen Wechsel ins Halbschwergewicht. Für europäische Fans ist das auch deshalb relevant, weil Chimaev in Schweden groß geworden ist und in Europa seit Jahren eine besonders starke Anhängerschaft hat.
Rockholds Argument ist klar: Im Halbschwergewicht fehlen an der Spitze mehrere dominante Ringerprofile, die Chimaevs Stil früh neutralisieren könnten. Gerade sein aggressiver Vorwärtsdruck und die ständige Takedown-Gefahr würden die Dynamik der Division sofort verändern. Aus sportlicher Sicht steht damit viel auf dem Spiel: Bleibt Chimaev im Mittelgewicht, muss er sich den nächsten Titelanlauf wohl über einen weiteren Topkampf verdienen. Geht er hoch auf 93 Kilogramm, wäre er auf Anhieb ein relevanter Faktor im Rennen um die Contender-Plätze.
Analytisch spricht einiges für Rockholds Einschätzung. Chimaevs größte Stärke bleibt der Zugriff in den ersten Minuten eines Kampfes: Wenn er das Tempo diktiert und den Clinch erzwingt, geraten selbst technisch saubere Striker schnell unter Druck. Genau darin liegt der Reiz eines möglichen Wechsels. Im Halbschwergewicht gibt es zwar mehr Schlagkraft, aber nicht zwingend mehr Kämpfer mit defensiver Ringkontrolle auf Spitzenniveau.
Die Niederlage gegen Strickland hat Chimaevs Marktwert deshalb kaum beschädigt. Sie hat vor allem eine neue Frage geöffnet: Rückkehr zur Titeljagd im Mittelgewicht oder Neustart in einer Division, die ihm stilistisch sogar besser liegen könnte? Die UFC wird diese Entscheidung nun sehr genau abwägen müssen.