Vor UFC 3XX nimmt ein mögliches Mittelgewichtsduell zwischen Sean Strickland und Khamzat Chimaev immer konkretere Formen an. Joe Pyfer, selbst im UFC-Mittelgewicht aktiv, skizzierte nun den aus seiner Sicht entscheidenden Matchplan für Strickland. Für Fans in Europa wäre ein solcher Kampf besonders relevant, weil Chimaev in Tschetschenien geboren wurde, in Schweden aufwuchs und deshalb auch in vielen europäischen Märkten enorme Aufmerksamkeit zieht.
Pyfer erwartet, dass Chimaev von Beginn an mit hohem Druck arbeitet und seine Hände vor allem dazu nutzt, den ersten Takedown vorzubereiten. Der Amerikaner rät Strickland deshalb zu einer kompromisslosen Anfangsphase: Mitte des Oktagons behaupten, selbst aktiv schlagen und bei den Levels sofort reagieren, um Chimaev gar nicht erst sauber in die Beine kommen zu lassen.
Im Interview mit Home of Fight erklärte Pyfer, praktisch jeder frühe Schlag des Champions werde dazu dienen, den ersten Ringerangriff einzuleiten. Wenn Strickland die ersten zehn Minuten übersteht, ohne in längeren Grappling-Sequenzen zermürbt zu werden, steigen aus Pifers Sicht seine Siegchancen deutlich.
Genau dort liegt die sportliche Brisanz dieses möglichen Titelkampfs. Strickland müsste beweisen, dass sein hohes Schlagvolumen, seine Reichweite und seine defensive Disziplin auch gegen einen explosiven Grappler auf Championship-Niveau tragen. Chimaev wiederum stünde vor der Aufgabe, Fragen zu seiner Kondition und zu seiner Kontrolle über fünf Runden gegen einen widerstandsfähigen Gegner zu beantworten. Für die Gewichtsklasse wäre das richtungsweisend, weil der Sieger die Spitze des Mittelgewichts auf absehbare Zeit besetzen könnte und weitere Herausforderer zunächst auf Abstand hielte.
Ob der Kampf offiziell bestätigt wird, ist noch offen. Sollte die UFC ihn ansetzen, werden vor allem die ersten beiden Runden den Takt vorgeben.