Neue Brisanz bekommt die Fehde zwischen Colby Covington und Jorge Masvidal durch eine Zivilklage, die am 23. März in Miami-Dade County im US-Bundesstaat Florida eingereicht wurde. Im Zentrum steht der Vorfall vom März 2022 in Miami Beach, der sich wenige Wochen nach ihrem Duell bei UFC 272 ereignet haben soll. Für Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Fall auch deshalb relevant, weil persönliche Rivalitäten im MMA nur selten so lange juristische Folgen nach sich ziehen.
Bei UFC 272 hatte Covington am 5. März 2022 in Las Vegas klar nach Punkten gewonnen. Über fünf Runden kontrollierte er das Geschehen mit seinem Ringen und setzte sich einstimmig durch. Genau dieser sportliche Verlauf gilt als wichtiger Teil des Gesamtbilds: Covington nahm Masvidal im Kampf mehrfach zu Boden und neutralisierte dessen Schlagkraft weitgehend, was die öffentliche Demütigung aus Sicht vieler Beobachter noch verstärkte.
Laut Klageschrift wirft Covington seinem früheren Trainingspartner vor, ihn am 21. März 2022 vor dem Restaurant Papi Steak in Miami Beach attackiert zu haben. Er macht dabei unter anderem eine Gehirnverletzung sowie Schäden an einer teuren Rolex geltend. Die Reparaturkosten sollen sich auf rund 15.000 US-Dollar belaufen. Insgesamt fordert Covington Schadensersatz von mehr als 50.000 US-Dollar und verlangt ein Geschworenenverfahren. In der Klage werden außerdem medizinische Kosten, Verdienstausfall, körperliche Schmerzen, psychische Belastung und eine geminderte Lebensqualität aufgeführt.
Die Rivalität hat einen klaren Hintergrund: Beide trainierten einst gemeinsam beim American Top Team, bevor der Bruch öffentlich eskalierte und über Monate in Interviews und sozialen Medien weiter angeheizt wurde. Strafrechtlich hatte der Fall bereits Folgen: Masvidal bekannte sich 2023 wegen einfacher Körperverletzung schuldig und erhielt eine zweitägige Haftstrafe, die durch die bereits verbüßte Zeit als erledigt galt.
Sportlich steht für beide dennoch viel auf dem Spiel. Covington will im UFC-Weltergewicht relevant bleiben, Masvidal versucht trotz seines Abschieds von der UFC seine Marke im Kampfsport zu erhalten. Der nächste Schritt ist nun die Reaktion von Masvidals Seite auf die Zivilklage – und damit die Frage, ob dieser langjährige Konflikt vor Gericht erst richtig beginnt oder doch noch beendet wird.