Am 23. Mai trifft Oleksandr Usyk in Gizeh in Ägypten auf Rico Verhoeven. Gekämpft wird nach Boxregeln, und genau deshalb sieht Andy Ruiz Jr. den Ukrainer klar vorne. Für europäische Fans ist das Duell besonders reizvoll: Mit Usyk und Verhoeven stehen zwei in Europa enorm bekannte Namen im Fokus, die weit über ihre Stammsportarten hinaus Strahlkraft besitzen.
Ruiz begründet seine Einschätzung mit Usyks Erfahrung auf höchstem Niveau. Der Amerikaner verweist darauf, dass Usyk als unumstrittener Champion bewiesen habe, wie man Elitegegner unter Druck setzt, Tempo diktiert und Kämpfe taktisch kontrolliert. Verhoeven bringe zwar Physis, Ruhe und internationale Reputation mit, doch unter klassischen Boxregeln verliere er aus Ruiz’ Sicht seine wichtigsten Werkzeuge.
"Usyk sollte gewinnen. Er ist ein erfahrener Kämpfer. Er ist ein Champion. Usyk ist ein ehemaliger unumstrittener Schwergewichts-Weltmeister. Aber ich habe gehört, dass ihm viele raten, bei Verhoeven vorsichtig zu sein", sagte Ruiz.
Der frühere Titelträger erklärte zudem, er habe Trainingsvideos von Verhoeven am Sandsack sowie Aufnahmen seiner Kämpfe gesehen. An seiner Prognose ändere das jedoch wenig. "Ich denke, Usyk schlägt ihn, vor allem weil Rico seine Beine nicht einsetzen kann", sagte Ruiz.
Sportlich steht für beide viel auf dem Spiel. Usyk muss zeigen, dass seine technische Überlegenheit auch gegen einen großen, kampferprobten Crossover-Gegner unangetastet bleibt. Verhoeven wiederum kann mit einer starken Leistung neue Glaubwürdigkeit im Boxen gewinnen und sich einem breiteren Publikum in der DACH-Region präsentieren. Eine offizielle Übertragung für Deutschland, Österreich und die Schweiz wurde bislang nicht bestätigt, ebenso wenig eine genaue Startzeit des Hauptkampfs. In den kommenden Tagen dürfte daher vor allem diese Frage in den Mittelpunkt rücken.