Naseem Hamed äußert große Zweifel daran, dass der vereinigte Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk jemals gegen das britische Talent Moses Itauma in den Ring steigen wird.
Ein Duell zwischen Oleksandr Usyk und Moses Itauma sorgt in der Boxszene für Diskussionen, doch für Naseem Hamed ist dieses Schwergewichtsduell derzeit kaum realistisch. Der frühere Weltmeister erklärte zuletzt bei talkSPORT Boxing, dass er keinen sportlichen oder wirtschaftlichen Grund sieht, warum Usyk diesen Schritt gehen sollte. Für europäische Fans ist das Thema besonders relevant, weil mit Usyk ein ukrainischer Champion die Königsklasse prägt und Itauma als eines der spannendsten Talente aus Großbritannien gilt.
Hamed stellte zugleich klar, wie hoch er Itaumas Potenzial einschätzt. Nach seiner Einschätzung fehlt dem 21-Jährigen zwar noch Erfahrung auf absolutem Topniveau, trotzdem traut er ihm grundsätzlich zu, gegen jeden Schwergewichtler konkurrenzfähig zu sein. Genau darin liegt aber auch das Problem dieses möglichen Kampfs: Für Itauma wäre Usyk der direkte Sprung an die Spitze, für Usyk dagegen ein riskanter Kampf mit vergleichsweise begrenztem Mehrwert.
Für die Gewichtsklasse steht viel auf dem Spiel. Usyk hält derzeit die großen Titel und jede nächste Ansetzung wird daran gemessen, was sie für sein Vermächtnis bedeutet. Itauma dagegen braucht weiter einen Sieg gegen einen etablierten Spitzenmann, um aus der Rolle des Ausnahmetalents in die eines ernsthaften Titelanwärters zu wechseln. Aus europäischer Sicht hätte ein solcher Kampf enorme Strahlkraft, weil er Erfahrung, Technik und Generationenwechsel in einem Duell bündeln würde.
Hamed verwies außerdem auf eine persönliche Begegnung mit Itauma in Saudi-Arabien, die seinen Respekt für den jungen Briten noch verstärkt habe. Der Blick geht nun aber zunächst in eine andere Richtung: Usyk wird am 23. Mai in Gizeh in Ägypten erwartet, während Itauma weiter Siege sammeln muss. Wenn er den Druck erhöht, könnte die Forderung nach diesem Kampf irgendwann lauter werden.