Usyk: Joshua ist eine "Maschine" – er schlägt Fury

Gregor Parella 16. April 2026 11:16
Oleksandr Usyk

Am Dienstag erklärte Usyk bei der Pressekonferenz für seinen nächsten WBC-Titelkampf gegen Kickbox-Ikone Rico Verhoeven (23. Mai, Pyramiden von Gizeh), dass Joshua derzeit gemeinsam mit ihm im Trainingslager in Spanien arbeitet. "Ich glaube es. Ich sehe, wie Anthony trainiert. Er ist eine Maschine", sagte der Ukrainer gegenüber Reportern. Auf die Frage, ob Joshua Fury auch per Knockout besiegen werde, antwortete Usyk nüchtern: "Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass er gewinnt — aber nicht wie."

Diese Einschätzung hat erhebliches Gewicht. Usyk (24-0, 15 KO) hat beide Männer — Joshua (29-4, 26 KO) und Fury (35-2-1, 24 KO) — jeweils zweimal professionell bezwungen. Er kennt die Stärken und Schwächen beider Kontrahenten aus der Nahperspektive und gilt damit als einer der glaubwürdigsten Analytiker des britischen Schwergewichts. Außerdem begleitet er Joshuas Comeback aus unmittelbarer Nähe: Der 36-jährige AJ erholt sich noch von den Folgen eines schweren Autounfalls in Nigeria im Dezember 2025, bei dem zwei enge Freunde — sein Trainer Latif Ayodele und Konditionstrainer Sina Ghami — ums Leben kamen. Usyk bestätigte, dass Joshua körperlich auf dem richtigen Weg sei: "Ich denke, er kann zurückkommen, aber wir brauchen noch etwas Zeit."

Die Verhandlungen für den britischen Mega-Fight nehmen derweil konkrete Formen an. Promoter Eddie Hearn bestätigte gegenüber Sky Sports, dass Joshuas Lager einen Vertragsentwurf von Furys Team erhalten hat. Der Plan: ein Aufwärmbout im Juli, dann Fury im November. Fury selbst kehrte am 11. April nach 16-monatiger Pause zurück und besiegte Arslanbek Makhmudov im Tottenham Hotspur Stadium klar nach Punkten (120-108, 120-108, 119-109) — Joshua saß dabei in der Ringside-Reihe. Nach dem Kampf forderte Fury seinen Landsmann per Mikrofon zum Kampf auf; Joshua stieg nicht in den Ring, gab aber eine selbstbewusste Antwort: "Wenn du bereit bist, komm zu mir. Ich bin der Boss."

Furys Promoter Frank Warren erklärte gegenüber TalkSport, Fury habe den Vertrag bereits unterzeichnet und warte auf Joshuas Unterschrift. Als bevorzugter Austragungsort gilt das Wembley Stadium in London. Der November-Termin ist für beide Lager das Zieldatum — vorausgesetzt, Joshua bestreitet zuvor noch einen Aufwärmkampf im Juli.

Für den deutschsprachigen Markt ist dieser Kampf auch durch die Agit-Kabayel-Perspektive relevant: Der ungeschlagene Deutsche (23-0, 18 KO) steht auf der WBC-Pflichtherausfordererliste für Usyks Gürtel und wartet auf seine Chance. Gewinnt Joshua gegen Fury, rückt das Schwergewicht noch weiter in den Fokus — und auch Kabayels Ansprüche könnten sich mittelfristig schärfen. Der Heavyweight-Kalender 2026 wird voll.

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