Nicht ein Kampf, sondern eine Reise mit persönlicher Bedeutung stand diesmal im Mittelpunkt: Anthony Joshua war am 20. März auf Einladung von Oleksandr Usyk in Kiew und besuchte dort die von Usyk 17 Promotions organisierte Veranstaltung Rising Stars. Für den Briten war es der erste Aufenthalt in der Ukraine. Bemerkenswert aus europäischer Sicht: Joshua und Usyk gehören seit Jahren zu den prägenden Gesichtern des Schwergewichts auf dem Kontinent, ihre sportliche Rivalität hat das Interesse in Großbritannien, Polen, Deutschland und weit darüber hinaus maßgeblich mitgeprägt.
Während seines Aufenthalts verfolgte Joshua nicht nur das Box-Event, sondern ging auch gemeinsam mit Usyk durch die Innenstadt von Kiew. Zudem besuchte er die Gedenkstätte für die gefallenen Verteidiger der Ukraine. Gerade dieser Teil der Reise verlieh dem Besuch eine politische und menschliche Dimension, die deutlich über einen üblichen Promotermin hinausging.
Joshua beschrieb seine Eindrücke als kraftvoll und herzlich. Die Ukraine habe bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sagte der ehemalige Weltmeister sinngemäß in Aussagen nach der Reise. Er machte deutlich, dass er zurückkehren wolle. Diesmal habe der Fokus auf dem Boxen gelegen, beim nächsten Besuch wolle er das Land und die Atmosphäre noch intensiver erleben.
Auch über die Begegnungen mit den Menschen vor Ort sprach Joshua positiv. Er hob die Offenheit und Großzügigkeit seiner Gastgeber hervor und scherzte, wegen der vielen Geschenke womöglich mit einem weiteren Koffer anreisen zu müssen. Besonders erwähnte er ein T-Shirt mit dem Schriftzug „Ukraine“, das ihn künftig ins Training begleiten solle.
Sportlich bleibt Joshuas Verbindung zu Usyk ohnehin relevant: Die beiden haben die jüngere Schwergewichtsgeschichte in Europa entscheidend geprägt. Nach diesem Besuch ist klar, dass daraus inzwischen mehr geworden ist als nur eine Rivalität im Ring. Als Nächstes dürfte spannend werden, ob Joshua bald erneut in die Ukraine reist — und wann sich ihre Wege im Boxgeschäft wieder kreuzen.