Mit bemerkenswerter Offenheit hat Alexander Volkanovski seine Mitschuld an Beneil Dariushs ausbleibender UFC-Titelchance thematisiert. Der Australier sagte im Gespräch mit MMAJunkie, dass Dariush im Leichtgewicht wohl der logische nächste Herausforderer gewesen wäre, wenn Volkanovski nicht selbst den Schritt zum Versuch des Double-Champion-Status gemacht hätte. Für europäische Fans ist das Thema auch deshalb relevant, weil die UFC damit erneut zeigt, wie stark Superstar-Status und sportliche Reihenfolge in zwei Gewichtsklassen ineinandergreifen.
Volkanovski machte deutlich, dass er Dariush sportlich und menschlich schätzt. Gerade deshalb sei bei ihm ein schlechtes Gefühl geblieben. Nach seiner Einschätzung habe er am Ende den Platz eingenommen, der eigentlich für den US-Amerikaner vorgesehen gewesen sei. Gleichzeitig betonte der Champion, dass auch seine eigene Titelchance sportlich begründet gewesen sei.
Brisant ist der Fall vor allem mit Blick auf die Dynamik der Division. Im Leichtgewicht kann schon ein einzelner Eingriff in die Titelplanung die gesamte Reihenfolge verschieben. Genau das passierte hier: Dariush galt als ernsthafter Kandidat, verlor später jedoch entscheidend an Momentum, und seitdem wurde der Weg zurück an die Spitze deutlich steiniger. Für die Gewichtsklasse steht damit exemplarisch die Frage im Raum, ob sportliche Verdienste oder Vermarktung zuerst zählen.
Analytisch spricht für Dariushs damaligen Anspruch vor allem seine starke Siegesserie, mit der er sich überhaupt erst in Position gebracht hatte. Volkanovskis Einordnung wirkt deshalb nicht wie Höflichkeit, sondern wie ein nüchternes Urteil über die Lage von damals. Der Ausblick ist klar: Im Leichtgewicht bleibt jede Titelchance an Siege gegen die absolute Spitze gebunden — und für Dariush bedeutet das, dass er sich seinen Platz im Rennen neu erarbeiten muss.