Wieder sorgt ein möglicher Crossover-Kampf für Schlagzeilen: Jake Paul hat in einem aktuellen Interview erneut ein MMA-Duell mit Khabib Nurmagomedov ins Spiel gebracht. Der Vorstoß kam in den USA in dieser Woche auf, einen konkreten Termin oder Veranstaltungsort gibt es bislang allerdings nicht. Für den europäischen Markt ist das Thema trotzdem relevant, weil Khabib in der MMA-Szene weit über Russland und den Kaukasus hinaus enorme Strahlkraft besitzt und auch in der DACH-Region zu den bekanntesten Ex-UFC-Stars zählt.
Paul treibt die Idee seit Monaten öffentlich voran. Nach eigenen Angaben hält er ein Duell mit Nurmagomedov für ein Ereignis mit großer Reichweite, selbst wenn ein Aufeinandertreffen mit Conor McGregor aus Vermarktungssicht noch größer wäre. Zugleich räumte er ein, dass Geld allein den früheren Champion kaum zurückholen dürfte. Deshalb brachte Paul ins Spiel, ein mögliches Event mit einem wohltätigen Zweck zu verbinden, etwa mit Hilfsprojekten in Dagestan.
Sportlich liegt genau dort der kritische Punkt. Für Paul wäre ein Kampf gegen Nurmagomedov ein Härtetest, der ihm im MMA sofort Glaubwürdigkeit verschaffen könnte. Für Khabib wäre die Lage umgekehrt: Der frühere UFC-Leichtgewichts-Champion beendete seine Karriere ungeschlagen mit 29:0 und hat in der Gewichtsklasse nichts mehr zu beweisen. Ein echter sportlicher Mehrwert wäre aus seiner Sicht kaum vorhanden.
Auch analytisch spricht wenig für ein Comeback. Nurmagomedov gilt als einer der dominantesten Grappler der UFC-Geschichte und kontrollierte seine Gegner über Jahre mit konstantem Ringen und Top-Control auf Elite-Niveau. Genau diese Stilfrage macht das Gedankenspiel interessant, aber auch einseitig: Paul sucht Relevanz über große MMA-Namen, Khabib müsste dafür seinen abgeschlossenen Karrierebogen wieder öffnen.
Im Moment wirkt das daher eher wie ein öffentlicher Vorstoß als wie eine echte Verhandlung. Sollte Paul das Thema weiter befeuern, dürften die nächsten Wochen zeigen, ob daraus mehr wird als nur die nächste große Kampfidee.