Kurz vor UFC 328 hat Israel Adesanya den Finger in eine offene Wunde der UFC gelegt: Khamzat Chimaev verteidigt am 9. Mai in Newark seinen Mittelgewichts-Titel gegen Sean Strickland, doch aus Sicht des Ex-Champions fehlt der Division derzeit das Tempo. Für Fans in Europa ist das Duell auch deshalb relevant, weil Chimaev in Tschetschenien geboren wurde, in Schweden aufwuchs und seine Karriere lange eng mit dem europäischen MMA verbunden war.
Adesanya bemängelt vor allem die fehlende Bewegung an der Spitze. Während seiner Regentschaft seien Herausforderer zügig nachgerückt, große Kämpfe schnell angesetzt worden. Seit Chimaev den Titel im vergangenen August gewonnen hat, sei diese Dynamik verloren gegangen. Der frühere Champion verweist dabei auf Chimaevs frühen UFC-Lauf, als dieser mit hoher Aktivität und dominanten Auftritten auf sich aufmerksam machte.
Sportlich steht in Newark viel auf dem Spiel. Gewinnt Chimaev, dürfte die UFC kaum länger um einen klaren nächsten Herausforderer herumkommen. Verliert er gegen Strickland, wird das Titelrennen sofort unübersichtlich: Dann wären ein Rückkampf oder eine neue Sortierung der Spitze realistische Szenarien. Genau das macht den Hauptkampf für die Gewichtsklasse so wichtig.
Auch individuell ist der Druck hoch. Chimaev muss zeigen, dass er nicht nur ein spektakulärer Herausforderer, sondern ein verlässlicher, aktiver Champion sein kann. Strickland wiederum kämpft darum zu beweisen, dass sein Status an der Spitze kein Ausreißer war. Der Hauptkampf beginnt in der DACH-Region voraussichtlich in den frühen Morgenstunden am 10. Mai, je nach Kampfdauer der Main Card etwa gegen 5.30 Uhr MESZ. Übertragen wird das Event voraussichtlich über UFC Fight Pass beziehungsweise den jeweiligen UFC-Broadcast-Partner in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die nächsten Tage dürften deshalb nicht nur über einen Titel entscheiden. Sie geben auch eine Richtung vor: Bleibt das Mittelgewicht blockiert, oder kommt mit UFC 328 wieder Bewegung in eine der traditionell wichtigsten UFC-Klassen?