Tom Aspinall, Ciryl Gane und UFC: Eddie Hearn verschärft die Debatte um den Schwergewichts-Champion

Alexander Ormanji 21. März 2026 13:23

Mitten in der Diskussion um seinen nächsten großen Kampf hat Tom Aspinall unerwartet Rückenwind aus dem Boxgeschäft bekommen. Promoter Eddie Hearn kritisierte in dieser Woche öffentlich den UFC-Vertrag des britischen Schwergewichts-Champions und bezeichnete die aktuelle Vergütung als nicht angemessen. Für Aspinall ist das ein heikler Moment, weil mit Ciryl Gane und Alex Pereira gleich zwei richtungsweisende Optionen im Raum stehen. Anders als im Boxen sind Nachverhandlungen bei laufenden UFC-Verträgen deutlich schwerer durchzusetzen – genau deshalb bekommt die Debatte zusätzliche Brisanz.

Aus europäischer Sicht ist der Fall besonders relevant. Aspinall gehört zu den wenigen aktiven UFC-Champions aus Großbritannien und ist für Fans in Europa eine zentrale Figur im Schwergewicht. Ein mögliches Duell mit dem Franzosen Ciryl Gane hätte deshalb auch sportpolitisches Gewicht für den europäischen MMA-Markt, weil zwei der prominentesten Schwergewichte des Kontinents direkt aufeinandertreffen würden.

Inhaltlich zielt Hearns Kritik vor allem auf das Verhältnis von Risiko und Ertrag. Nach mehreren Verletzungen und Operationen sei die finanzielle Absicherung des Champions zu schwach, wenn man bedenkt, welche Umsätze ein Hauptkampf mit Aspinall generieren kann. Der Vorwurf trifft einen empfindlichen Punkt: Schwergewichtler mit seiner Athletik, seinem Tempo und seiner boxerischen Präzision sind im MMA selten. Genau das macht ihn sportlich wie wirtschaftlich wertvoll.

Für die Gewichtsklasse steht viel auf dem Spiel. Ein Sieg gegen Gane würde Aspinalls Status als klare Nummer eins im UFC-Schwergewicht untermauern. Ein Kampf gegen Pereira wäre dagegen wohl das größere Geschäft und könnte Aspinall auch außerhalb der MMA-Kernzielgruppe bekannter machen. Noch ist weder ein Termin noch eine Übertragung für die DACH-Region offiziell bestätigt.

Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob die UFC rasch einen Gegner präsentiert – oder ob der Vertragsstreit die eigentliche Schlagzeile vor Aspinalls nächstem Auftritt bleibt.

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